14.11.2021 – Thomas Gundermann
Aktuell ist das Thema in jedem Munde. Der deutsche Aktienindex (DAX), der die 40 größten Unternehmen des deutschen Aktienmarktes umfasst, eilt von einem Rekordhoch zum Nächsten. Der DAX, der derzeit über 16.000 Punkten notiert, wurde im Juli 1988 das erste Mal veröffentlicht, mit einem Indexstand von 1.164 Punkten. Schaut man sich die Jahresscheiben der letzten 31 Jahre genauer an, lassen sich äußerst interessante Schlüsse ziehen.

Von 1990 bis Ende 2020 erzielte der DAX einen Wertzuwachs von durchschnittlich +6,8% pro Jahr.

Dem größten Rückgang mit -44% im Jahr 2002 stehen jeweils +47% aus den zwei größten Gewinnjahren 1993 und 1997 gegenüber. Die Verteilung der jährlichen DAX Renditen von 1990 bis 2020 weist mit 22 Gewinnjahren ein deutliches Übergewicht zu den 9 Verlustjahren auf. Die genaue Verteilung kann der nachfolgenden Grafik entnommen werden, welche die Renditen der einzelnen Jahre in 10% Bänder unterteilt darstellt (DAX Jahresendstände von finanzen.net DAX 40 HÖCHST-/TIEFSTÄNDE):

Betrachten wir die 2 größten Verlustjahre 2002 und 2008:

Hatte man zum Jahresende 2001 investiert und dann in 2002 den Rückgang von -44% erfahren, war man trotz der starken Korrektur in weniger als 4 Jahren zum Ende 2005 wieder im Plus. Hätte man nach dem starken Rückgang Ende 2002 nochmal den gleichen Betrag wie Ende 2001 in den DAX investiert, wäre man bereits etwas mehr als ein Jahr später, also ab Januar 2004, wieder im Plus gewesen.

Ähnliches lässt sich auch für den Rückgang im Jahr 2008 aufzeigen. Hatte man zum Jahresende 2007 investiert und 2008 die zweitgrößte Jahreskorrektur mit -40% mitgenommen, musste man nur weniger als 5 weitere Jahre durchhalten, bis man Ende 2013 das Einstiegslevel wieder überschritten hatte. Hätte man auch hier nach dem starken Rückgang Ende 2008 nochmal den gleichen Betrag wie Ende 2007 investiert, wäre man weniger als zwei Jahre später wieder im Plus gewesen.

Die längste Verlustperiode dauerte weniger als 8 Jahre, von Ende 1999 bis 2007, wo man jedoch Ende 2007 bereits wieder einen Wertzuwachs von insgesamt +17% verzeichnen konnte.

Was bedeutet das jetzt genau? Die Antwort lautet: Keine Angst vor Aktien!

Wenn Sie auf den Rückgang warten, der gegebenenfalls nicht kommt, bleiben Sie auf Ihren Bankguthaben sitzen und verlieren über Inflation sowie mögliche Strafzinsen, Verwahrentgelte, etc. Sollte es doch zu einer Korrektur kommen, bleiben Sie ruhig und vor allem investiert. Sehen Sie Rückgänge von beispielsweise -20% eher als Chance, um freie Mittel in den Aktienmarkt zu investieren oder die Aktienquote zu erhöhen. Dies verringert das durchschnittliche Einstandslevel und steigert die Renditechancen, wenn die Märkte wieder steigen.

Das hier angeführte Beispiel und die Berechnungen beruhen auf dem DAX und folglich nur auf einem Index. Ähnliche Aussagen lassen sich aber auch für andere Aktienindizes treffen, wobei ausländische Märkte teilweise sogar höhere durchschnittliche Renditen aufweisen. Eine breite Streuung und Diversifikation der Anlagen verringert die Risiken von einzelnen Unternehmen, Regionen, Sektoren und Indizes. Die Umsetzung einer langfristig orientierten, international breit gestreuten Geldanlage kann in Form einer Vermögensverwaltung professionell und mit wenig Aufwand für Sie selbst erfolgen.

Sofern Sie hierzu Fragen haben oder Beratungsbedarf besteht, freuen wir uns auf Ihre Anfragen.

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