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Taunus Investments GmbH
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12.01.2026 – Thomas Gundermann

Das Börsenjahr 2025 war geprägt von einer klaren Divergenz zwischen Wachstumstiteln und Substanzwerten. Während technologie- und wachstumsorientierte Unternehmen – allen voran im Bereich Künstliche Intelligenz, Cloud und Halbleiter – sich erneut sehr positiv entwickelten, blieben klassische Qualitätsaktien vielfach hinter dem Markt zurück. Das bedeutet ein Auseinanderlaufen zwischen Kursentwicklung und unternehmerischer Substanz, was Chancen für das Börsenjahr 2026 bietet.

Im Fokus standen im Jahr 2025 Titel wie etwa Alphabet oder Nvidia, deren Umsatz- und Gewinnwachstumserwartungen hoch bewertet wurden und die dementsprechend höhere Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV) als viele traditionelle Substanzwerte aufweisen. Diese Wachstumstitel profitierten stark von der Marktstimmung, die auf Zukunftstechnologien und disruptives Wachstum setzte – häufig auf Kosten klassischer Qualitätsfaktoren, wie stabile Dividenden oder solide Bilanzkennzahlen. Folglich entwickelten sich viele Qualitätsaktien, trotz stabiler Gewinne, verlässlicher Dividenden, guter Cash-Flows und nachhaltiger Geschäftsmodelle, unterdurchschnittlich.

Wachstum vs. Substanz: Risiken einer einseitigen Marktbetrachtung
Die starke Fokussierung auf Umsatzwachstum kann jedoch trügerisch sein. Zwar ist Umsatzwachstum ein Indikator für steigende Marktanteile und ein dynamisches Geschäftsmodell, doch ohne entsprechende Gewinn- und Cash-Flow-Entwicklung bleibt dieser Indikator unvollständig. Eine Aktie, die auf Basis des Umsatzwachstums gekauft wird, geht mit einer Erwartung von steigenden Gewinnen einher, die sich insbesondere in Form eines erhöhten KGVs ausdrücken. Materialisiert sich das erwartete Gewinnwachstum nicht, drohen Kurskorrekturen.

Sanofi als Beispiel für vernachlässigte Qualität
Ein Beispiel für eine Substanzaktie mit Dividendenprofil ist der französische Pharmakonzern Sanofi. Im Jahr 2025 notierte Sanofi unter ihren langjährigen Hochs. Sanofi liefert jedoch weiterhin solide fundamentale Kennzahlen: Umsatz und Gewinn zeigen stabile bis leicht wachsende Tendenzen. Die Dividende wurde in den letzten 30 Jahren nie gesenkt und oft erhöht. Die Dividendenrendite liegt bei über 4 %, was attraktiv erscheint. Das KGV im unteren zweistelligen Bereich ist moderat und deutlich niedriger als bei vielen (über-)bewerteten Wachstumstiteln. Damit zählt Sanofi zu den vernachlässigten Qualitätsaktien mit solider Ertragskraft, nachhaltiger Dividende, stabilem Geschäftsmodell, aber im Jahr 2025 enttäuschender Kursentwicklung.

Ausblick 2026: Mehr Schwankungen und damit Chancen für Substanzaktien
Für das Jahr 2026 erwarten wir höhere Schwankungen und Unsicherheiten. Gründe hierfür sind vielfältig: mögliche Zinsanpassungen, makroökonomische Unsicherheiten, geopolitische Risiken und die Tatsache, dass hohe Bewertungen in den Wachstumssegmenten anfälliger auf schlechte Nachrichten reagieren. In einem solchen Umfeld können Qualitätsaktien attraktiv sein. Eine Renaissance der vernachlässigten Substanz- und Qualitätswerte wäre daher nicht überraschend. Aktien mit moderaten KGV-Niveaus sind in turbulenten Märkten interessant und haben oft geringere Abwärtsrisiken, weil sie nicht so stark über Zukunftserträge bewertet sind, wie viele Wachstumsaktien.

Fazit
Eine Konzentration auf Umsatz- und Wachstumsstorys birgt Chancen, aber auch Risiken. Qualitätsaktien mit fundamentaler Stärke – gemessen an stabilen Gewinnen, Dividenden und moderaten Bewertungen – können gerade in einem schwierigeren Marktumfeld attraktiv sein und wieder an Bedeutung gewinnen. Für 2026 besitzen Substanzwerte Come-Back-Potenzial und bieten Chancen, gerade für die langfristige Vermögensanlage.

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